Kinderrechte und Partizipation

Unsere Kinder und Jugendlichen stehen im Mittelpunkt unseres Tun und Handelns. Aus diesem Grund ist es wichtig die Kinder und Jugendlichen soweit wie möglich am Heimgeschehen und besonders an ihren individuellen Hilfeverlauf zu beteiligen und ihren Anliegen, Wünschen und Bedürfnissen Gehör zugeben.

Die Achtung und Umsetzung der Kinderrechte ist eine fortwährende Aufgabe unseres Hauses, die wir uns stellen.

Diese Kinderrechte gelten für alle Kinder und Jugendlichen in der Einrichtung gleichermaßen.

Die Rechte stoßen dort an Grenzen, wo durch Kinder und Jugendliche Grundrechte eines anderen Menschen beschnitten werden.

 

 

Deine Würde ist unantastbar

Keiner darf Dich schlagen, missbrauchen, unter Druck setzen, ängstigen oder bedrohen. Jeder Mensch muss Dich achten und Dich ernst nehmen.

Du hast das Recht in der Einrichtung so behandelt zu werden, dass Du Dich angenommen fühlst. Du sollst fair behandelt werden, aber auch andere fair behandeln.

 

Du hast das Recht auf Förderung und Entfaltung Deiner Persönlichkeit

Es ist Dein Recht, Dich zu zeigen, wie Du bist.

Du hast Anspruch, Dich positiv in deiner Persönlichkeit zu entwickeln.

Du hast Anspruch auf Förderung Deiner Selbständigkeit und Deiner Selbstverantwortung.

Dein Recht auf freie Entfaltung Deiner Persönlichkeit stößt dort an Grenzen, wo andere in ihren Grundrechten eingeschränkt werden.

 

Du hast das Recht auf Gleichberechtigung

Die Unterschiede zwischen den Menschen in einer Einrichtung werden akzeptiert und es wird Rücksicht auf Dich und andere genommen.

Du darfst nicht aufgrund Deiner Herkunft, Deiner Religion oder Deines Geschlechts benachteiligt oder bevorzugt werden.

Mädchen und Jungen haben die gleichen Rechte.

Alle Menschen, ob groß, klein, schwach, stark, gleich welcher Hautfarbe und Nationalität, behindert oder nicht behindert haben dieselben Rechte.

 

Du hast das Recht auf freie Meinungsäußerung

Du hast das Recht, Deine Meinung in angemessener Weise zu äußern. Du musst dabei akzeptieren, dass für andere dasselbe Recht gilt.

Dies gilt auch gegenüber dem Jugendamt, so kannst Du z.B. bei Berichten Deine eigene Meinung schriftlich hinzufügen.

Dein Recht auf freie Meinungsäußerung stößt dort an Grenzen, wo durch Deine Äußerungen andere Menschen und deren Recht verletzt werden.

Das Recht auf freie Meinungsäußerung kann Dir helfen, Dein Selbstbewusstsein zu stärken.

 

Du hast das Recht auf Glaubens- und Bekenntnisfreiheit

Du wirst in der Ausübung Deiner Religion oder Weltanschauung unterstützt und respektiert.

Du wirst nicht zu religiösen Handlungen gezwungen.

Dein Recht auf Glaubens- und Bekenntnisfreiheit stößt daher dort an seine Grenzen, wo durch Deine Freiheit die Glaubensfreiheit und andere Rechte eines anderen eingeschränkt werden.

 

Du hast das Recht auf Bildung

Der schulische und berufliche Weg, den Du gehen möchtest, wird unterstützt und gefördert.

Du darfst die Schule besuchen, die zu Dir passt und die Dich gut fördert.

Wenn Du ein Hobby, Interessen oder eine besondere Begabung hast, wird Dir dabei geholfen, dass Du dies ausüben kannst. Bücher, Spiele, Computer usw. sollten für Dich verfügbar sein.

 

Du hast das Recht auf Eigentum

Du darfst Eigentum besitzen und erwerben. Wir akzeptieren nicht den Besitz von illegalen und/oder Deinem Alter nicht angemessenen Dingen.

Du hast ein Recht auf Auszahlung Deines Taschengeldes. Die Art der Auszahlung kann unterschiedlich erfolgen. Du kannst damit kaufen was Du möchtest, solange du geltende Gesetze ( z. B. Jugendschutzgesetz) einhältst.

Du hast jederzeit das Recht, Deine Taschengeldabrechnung einzusehen und zu überprüfen.

Bei mutwilligen Beschädigungen treffen wir mit Dir eine Vereinbarung zur Schadensregulierung.

 

Du hast das Recht auf Vertraulichkeit und Datenschutz

Deine Akte wird verschlossen aufbewahrt.

Informationen werden nur an Menschen weitergegeben, die mit Dir arbeiten (Mitarbeiter, Einrichtungsleitung, Jugendamt, deine Eltern und/oder Dein Vormund..). Alle anderen bekommen sie nur mit Deiner Erlaubnis.

Du kannst mit den Betreuern jederzeit Einblick in Deine Akte nehmen.

Es kann aber auch manchmal Informationen geben, die Dich in manchen Lebenssituationen überfordern könnten und die Du dann zu deinem eigenen Schutz nicht oder erst später erfährst.

 

Du hast das Recht auf das Post- und Telefongeheimnis

Deine ein- und ausgehende Post darf niemand öffnen und lesen.

Du hast das Recht alleine zu telefonieren, ohne dass Dir jemand zuhört.

Es gibt auch Fälle, wo Post einbehalten oder ein Erwachsener beim Telefonat dabei ist, um Dich zu schützen. Dies muss Dir aber begründet und erklärt werden.

Wenn Postsendungen oder Telefonate für Dich problematisch sind, hast Du das Recht auf Unterstützung beim Öffnen und Lesen.

 

Du hast das Recht auf eine Privatsphäre

Grundsätzlich hat niemand das Recht, Deine Privatsphäre einzuschränken oder zu missachten.

Dein Zimmer ist dein privater Rückzugsraum. Du kannst bei der Einrichtung und Gestaltung mitwirken. Wenn jemand Dein Zimmer betreten will, muss er anklopfen und auf Deine Antwort warten.

Wenn Du ein Doppelzimmer bewohnst, wird durch die Anwesenheit Deines Mitbewohners Deine Privatsphäre eingeschränkt.

Ein Betreuer oder eine Betreuerin darf allerdings Dein Zimmer ohne Deine Zustimmung betreten, bzw. Deine Privatsphäre einschränken, wenn der Verdacht besteht, dass Du oder andere gefährdet sind.

Einschränkungen Deiner Privatsphäre müssen Dir begründet werden.

Du hast auch ein Recht auf Intimsphäre. Niemand hat z. B. das Recht Dich zu berühren, wenn Du es nicht möchtest. Du hast das Recht Nein zu sagen!

Deine persönlichen Dinge, z. B. Dein Tagebuch, sind vertrauliche Sachen. Du darfst sie einschließen und brauchst sie niemandem zu zeigen.

 

Du hast das Recht auf eine Interessensvertretung

Deine Interessen werden durch den Kinder- und Jugendrat vertreten.

Er hilft Dir, Deine Rechte, Interessen und Ideen zu verwirklichen und setzt sich für Dich ein. Du kannst Dich an den Wahlen zum Kinder- und Jugendrat beteiligen oder auch selbst mitwirken.

Der Kinder- und Jugendrat wird von Erwachsenen betreut, die Du auch direkt ansprechen kannst.

 

Du hast das Recht auf die Äußerung von Anregungen und Beschwerden

Wenn Du Dich ungerecht behandelt fühlst, oder eines Deiner Grundrechte verletzt wird, hast Du das Recht, Dich zu beschweren.

Du kannst auch neue Anregungen geben.

Es gibt in Deiner Einrichtung Erwachsene, die Du dann ansprechen kannst, die Dir weiterhelfen und Dich unterstützen werden.

Die Unterstützer innerhalb und außerhalb Deiner Einrichtung werden Dir benannt.

 

Du hast das Recht auf Information

Du hast das Recht von uns bei allen auftretenden Fragen und Problemen ausreichend informiert und beraten zu werden.

Du hast das Recht darauf, altersgerechte Zeitungen und Zeitschriften zu lesen.

Du hast das Recht auf altergerechte Informationen aus Internet, Radio und Fernsehen.

 

Du hast das Recht auf Beteiligung an Deinem Hilfeplan

Dies ist nicht nur ein Recht, sondern auch die Pflicht des Jugendamtes.

Hier kannst Du sagen, wozu Du bereit bist und wozu nicht.

Beim Hilfeplangespräch sitzen alle Verantwortlichen für Deine Hilfe, also auch Du, zusammen und treffen gemeinsam wichtige Entscheidungen für Dich und mit Dir. Du kannst Dir Hilfe holen, wenn Du Dich auf solche Gespräche vorbereiten willst.

 

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Partizipation

Die Beteiligung von unseren Kindern und Jugendlichen ist uns sehr wichtig.Wir haben deshalb Beteiligungsstrukturen für unser Haus festgelegt.

Gruppenbesprechungen

  • es finden in den Gruppen regelmäßige Gruppensitzungen mit den Erziehern statt

Gruppensprecher

  • es werden für jede Gruppe 2 Gruppensprecher gewählt

Kinder- und Jugendrat

  • der Kinder- und Jugendrat besteht aus den gewählten Gruppensprecherinnen und Gruppensprecher. Das Gremium trifft sich vierteljährlich mit der Leitung des Hauses und Vertrauenspersonen

Beschwerdewege

  • den Kindern und Jugendlichen liegen Informationen über Beschwerdewege und Beschwerdemöglichkeiten sowohl intern als auch extern vor

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Vertrauensperson

  • Kinder und Jugendliche können sich im Heim an die Vertrauensperson wenden. Sie besprechen die Anliegen der Kinder und Jugendlichen vertraulich und geben ohne die Zustimmung der Kinder und Jugendlichen nichts weiter.

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